Sie sind hier: Aktuelles » Symbol gegen Rassismus und für Frieden

Symbol gegen Rassismus und für Frieden

DRK zeigt DNA-Skulptur von Flüchtlingen im Technischen Rathaus

Setzen ein Symbol für den Frieden: Mohammed Salah (v. l.), Hatice Gümüs (DRK), Erik Brücher (DRK Geschäftsführer), Schirmherr Gregor Moss (Beigeordneter der Stadt Bielefeld) und Richard Reifergerst (DRK).

Rund 200 Fotos von Menschen, angeordnet auf 90 drehbaren Würfeln, zieren die Skulptur. Junge, Alte, Hell- und Dunkelhäutige, Bielefelder und Zugewanderte. Die einen sind vor Krieg, Konflikten und Verfolgung geflohen, die anderen hatten das Glück, in einer Demokratie aufzuwachsen. Unterschiedliche Biografien, unterschiedliche Menschen. Und dennoch: „Wir sind alle gleich und sollten uns respektieren“, sagt Mohammed Salah.

Der 28-jährige Iraker wirkte an einem Kunstprojekt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit, gefördert durch die Stadt Bielefeld und unter der Leitung von Künstler Stefan Knust. Gemeinsam mit anderen Geflüchteten errichtete Salah eine 1,65 Meter große Skulptur in Gestalt des menschlichen Genoms, der DNA. Sechs Wochen arbeiteten die Männer in der Erstaufnahmeeinrichtung am Südring an dem Kunstwerk. Die Skulptur wurde jetzt feierlich im Technischen Rathaus enthüllt.

Die Idee entstand im vergangenen Jahr, als sich die Flüchtlinge im Rahmen von Workshops erstmals mit dem Thema Kunst auseinandersetzten. Durch das schöpferische Arbeiten im Team sei das Selbstbewusstsein der Teilnehmer schnell gewachsen, berichtet Knust. „Sie wollten etwas Besonderes schaffen: Ein Symbol gegen Rassismus und für den Frieden“.

Begeistert davon zeigte sich auch Gregor Moss, Beigeordneter der Stadt Bielefeld. Er setze sich dafür ein, dass die Skulptur ihren Standort im Foyer des Technischen Rathauses erhält und übernahm zudem die Schirmherrschaft. „Kunst setzt sich mit allem auseinander, was den Menschen angeht. Deshalb ist sie eine Sprache, die jedem etwas zu sagen hat“, erklärt Moss. Die Skulptur vermittele mehr als nur den Gedanken der Integration. „Sie soll Mut machen für Respekt und Toleranz und für ein friedliches Zusammenleben aller Nationalitäten, Kulturen und Religionen in Bielefeld stehen“.

Initiiert wurden die Kunstprojekte von Hatice Gümüs, Migrationsberaterin beim DRK. Über Monate sammelten und fotografierten sie und ihr Team Menschen für das Kunstwerk. „Viele Bielefelder zeigen Gesicht für ein friedliches Zusammenleben aller Nationalitäten, Kulturen und Religionen“, sagt Gümüs. Die Skulptur kann während der Öffnungszeiten im Erdgeschoss des Technischen Rathauses an August-Bebel-Straße 92 besichtigt werden.

Weitere Informationen
Hatice Gümüs, Telefon 0521 – 32 98 98 735


3. Januar 2018 10:24 Uhr. Alter: 167 Tage