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Warum Spiel und Bewegung wichtig sind: Erzieherinnen qualifizieren sich in Psychomotorik

Computerspiele, zu viel Fernsehen, wenig Bewegung oder ungesunde Ernährung: Immer häufiger leiden Kinder schon im Kindergarten- und Grundschulalter unter gesundheitlichen Problemen.

Qualifiziert: Udo Wohnhas-Baggerd (rechts) gratuliert den Teilnehmerinnen der Ausbildung in Psychomotorik Elke Tiemann-Hauser (von links), Stephanie Peters, Andrea Harm, Anke Schmidt, Sabine Bartsch, WoBag

Nicht nur Übergewicht, Ausdauer- und Haltungsschwächen sind die Folgen. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität, Hyperaktivität, Konzentrationsschwächen oder Sprachprobleme können darin ihre Ursachen haben.

Dennoch benötigen nicht alle Kinder, die verhaltensauffällig oder entwicklungsverzögert sind, therapeutische Unterstützung. „Mit frühzeitiger Förderung kann oftmals der Gang zum Therapeuten verhindert werden“, sagt Udo Wohnhas-Baggerd, Leiter des Instituts für psychomotorische Entwicklungsförderung (IPE). Wie das geht, haben fünf Erzieherinnen aus Kitas, Grundschulen und der Clearing-Stelle in einer Qualifikation in Psychomotorik gelernt, die sie jetzt erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Absolventinnen können im pädagogischen Alltag Auffälligkeiten und Störungen in der motorischen, emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern diagnostizieren und präventive Fördermaßnahmen durchführen. Diese erfolgen in den Bewegungsräumen oder Sporthallen der Kindertagesstätten oder Schulen. „Wir machen nicht die Probleme zum Thema, sondern spielen mit den Kindern“, erzählt der Institutsleiter. „Wir motivieren sie, schwierige Situationen selbst zu lösen und Neues auszuprobieren“.

Die Mädchen und Jungen erfahren die Förderung dabei als eine ganzheitliche, an ihren Stärken und Vorlieben orientierte Spiel- und Sportveranstaltung. „Sie werden motorisch sicherer und gehen mutiger an neue Herausforderungen heran“. Oftmals könne so verhindert werden, dass gerade kleinere Kinder professionelle therapeutische Hilfe benötigen.

Seit 2009 qualifiziert das Institut der Kinder-, Jugend- und Familiendienste in OWL des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) pädagogische Fachkräfte in Kindergärten und Grundschulen. Die nächste Qualifikation im Bereich Psychomotorik startet das IPE im Frühjahr 2019. Information unter Telefon 0521-32989871 oder über E-Mail institut@drk-kijufa.de.

Information

Psychomotorik beinhaltet die Förderung von Kindern über Bewegung, Wahrnehmung und Sprache. Durch spezielle spielerische Angebote erforschen Kinder konzentriert ihre Neugierde und Entdeckungsfreude.

Das Ziel ist eine Stabilisierung der motorischen und Wahrnehmungsentwicklung sowie die Förderung von Selbstvertrauen, Erlebnisfreude, Mut, Problemlösungs- und Handlungsintelligenz.

11. Juli 2018 14:40 Uhr. Alter: 158 Tage