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DRK und Recyclingbörse suchen ausrangierte Fahrräder

Mehr Teilhabe für psychisch Erkrankte

Henning Schwer (Fahrradwerkstatt Recyclingbörse), Julia Kühne (DRK Eingliederungshilfe) und Ilka Mähler (DRK Geschäftsführerin) machen sich stark für mehr Mobilität und Teilhabe von Menschen mit psychischer Erkrankung.

DRK Abgabestellen Fahrradspenden zugunsten der Eingliederungshilfe 

DRK Kreisverband Bielefeld e. V.

August-Bebel-Straße 8, 33602 Bielefeld

Montag bis Donnerstag          8.00 bis 16.00 Uhr

Freitag                                 8.00 bis 14.00 Uhr

DRK Ortsverein Bielefeld-Zentrum

Rüggesiek 21, 33719 Bielefeld

Dienstag und Freitag 9.00 bis 13.00 Uhr

 

Radfahren ist gesund und gut für die Umwelt. Für einige Menschen aber ist das Rad mehr als das derzeit besonders angesagte Fortbewegungsmittel. Ohne Fahrrad ist es für sie nicht oder nur sehr schwer möglich, für uns alltägliche Dinge zu bewerkstelligen: Einkaufen, Behördengänge, das Kind in die Kita bringen.

„Ein Fahrrad schafft für sie nicht nur Erleichterung im Alltag, sondern bietet auch die Chance, ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, sagt Julia Kühne vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Die Sozialarbeiterin betreut, unterstützt und fördert im Rahmen der Eingliederungshilfe Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung behindert oder von Behinderung bedroht sind. In Kooperation mit der Recyclingbörse möchte sie ihren Klient*innen mit dem Projekt „3 für 1“ zu mehr Mobilität und damit zu mehr Selbstbestimmung verhelfen.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Gesucht werden alte Fahrräder oder Fahrradteile, die gespendet werden sollen. „Unser Team macht die ausrangierten Fahrräder wieder verkehrssicher oder baut aus verschiedenen Einzelteilen ein neues Fahrrad“, sagt Henning Schwer, Leiter der Fahrradwerkstatt der Recyclingbörse. Für jede dritte Fahrradspende erhält das DRK einen Gutschein, mit dem sich die Klient*innen der Eingliederungshilfe ein passendes Fahrrad in der Recyclingbörse aussuchen können.

Entstanden ist die Idee zur Zusammenarbeit ganz zufällig. Julia Kühne war privat in der Recyclingbörse und kam dort mit dem Werkstattleiter ins Gespräch. Sie erzählte, welchen Nutzen ein Fahrrad für die Menschen, die sie betreut, haben kann: „Für sie ist Mobilität ein entscheidender Faktor, um am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilzuhaben“. Ängste und Hemmnisse hindern diese Personen oft daran, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. „Dabei sind insbesondere sie auf Ärzt*innen und Therapeut*innen angewiesen, die sich nicht immer in fußläufiger Nähe befinden“. Da diese Menschen zudem in der Regel von Sozialleistungen abhängig sind, hat so gut wie niemand ein Auto oder die Mittel, um sich ein Fahrrad zu leisten.

DRK-Geschäftsführerin Ilka Mähler betont: „Dieses Projekt schont mit dem Recycling von Alträdern nicht nur die Umwelt, sondern stärkt den sozialen Zusammenhalt vor Ort“.  In vielen Kellern schlummern Überreste alter Räder, die irgendwann nur noch als Sperrmüll entsorgt werden. „Diese können Bielefelder*innen hier sinnvoll einsetzen, um anderen Menschen zu helfen“.

Wer ein Fahrrad spenden möchte, egal wie groß, wie alt und in welchem Zustand, als Ganzes oder in Einzelteilen, kann dies ab sofort mittwochs bis freitags, 10 bis 18 Uhr oder samstags, 10 bis 14 Uhr, in der Recyclingbörse, Blomestraße 29, abgeben. Wichtig dabei ist, die Fahrräder deutlich mit einem Hinweis „DRK“ zu kennzeichnen, etwa mit Kreppband am Rahmen oder mit Draht bzw. Schnur am Lenker.

Auch der DRK Kreisverband in der August-Bebel-Straße und der DRK Ortsverein Bielefeld-Zentrum im Rüggesiek 21 in Heepen nehmen Fahrradspenden zugunsten der Eingliederungshilfe entgegen. Informationen über Abgabestellen und –zeiten finden Interessierte unter www.drk-sozial.de/aktuelles. Sollte es nicht möglich sein, die Fahrradspenden direkt dort oder bei der Recyclingbörse vorbeizubringen, können diese unter dem Stichwort „DRK“ nach vorheriger telefonischer Absprache unter 0521-19719 auch abgeholt werden. Weitere Informationen erteilt Julia Kühne über E-Mail unter julia.kuehne[at]drk-sozial[dot]de.

 

Trägerverein der Fahrradwerkstatt ist der Arbeitskreis Recycling e.V. mit seiner RecyclingBörse in der Blomestraße in Bielefeld. Hier betreuen drei Anleiter und Radexpert*innen bis zu zwölf langzeitarbeitslose Mitarbeiter*innen im Fahrradrecycling. Die Räder stammen aus Sachspenden von Privatpersonen aus der Kooperation mit dem Umweltbetrieb der Stadt. Für Bedürftige wird eine breite Palette von Fahrradmodellen angeboten, komplett aufgearbeitet, verkehrssicher und mit Garantie. Mehr unter www.recyclingboerse.org .

Die ambulante Eingliederungshilfe (EGH) gem. § 53 SGB XII zielt auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Voraussetzung der Hilfe ist das Vorliegen einer dauerhaften Behinderung oder Bedrohung von Behinderung und eine wesentliche Beeinträchtigung am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben, die eine personelle Unterstützung in mehreren Bereichen notwendig macht. Ziele der EGH sind, eine drohende Behinderung zu verhüten, eine Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Mehr unter www.drk-sozial.de .

 

 

24. Juni 2019 09:13 Uhr. Alter: 85 Tage