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DRK Demenz-Wohngruppe startet

Tag der offenen Tür am 28. August

Freuen sich, dass bald Leben in die WG einzieht: DRK Pflegedienstleiterin Regina Rempel (vorne) und DRK Fachbereichsleiterinnen Pflege Britta Bergmann und Iryna Koch (hinten, von links) stehen im Sinnesgarten.

Die große Wohnküche steht schon. Sie ist das Herzstück der ambulanten Wohngemeinschaft (WG) für Menschen mit Demenz und anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen des Deutschen Roten Kreu­zes (DRK) an der Südlenger Straße. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Bünde. Trotz der Erkrankung selbstbestimmt und dennoch unter 24-Stunden-Betreuung leben zu können ist das Ziel. Ab dem 1. September können dort die ersten Bewohner*innen einziehen. Zuvor lädt das DRK am Freitag, 28. August von 14 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein.

„Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgehen kann“, sagt Regina Rempel. Die 38-jährige examinierte Altenpflegerin organisiert als neue Pflegedienstleiterin die Wohngruppen des DRK im Kreis Herford. Die Vlothoerin verfügt über langjährige Erfahrung im Pflegebereich, seit 2012 als Team- und seit 2014 als Pflegedienstleiterin. Für die WG in Bünde hofft sie, dass nach letzten baulichen Veränderungen und zuletzt verschobenem Start aufgrund der Corona-Pandemie „jetzt schnell Leben in die Wohngemeinschaft Einzug hält“. Denn der Bedarf ist groß.

Bis zu acht Demenzkranke leben dann in der rund 400 Quadratmeter gro­ßen barrierefreien Wohngruppe. Jede*r Mieter*in verfügt über ein etwa 20 Quadratmeter großes Apartment,  zu dem jeweils ein eigenes Bade­zim­mer gehört. Dieses wird von den Familienangehörigen liebevoll möbliert. Gemeinsam nutzen die Bewohner*innen die Gemeinschaftsräume mit großer Wohnküche, die Terrasse und den Sinnesgarten, der Raum für Spaziergänge und kleine Gartenarbeiten bietet.

Aktuell sind die Räumlichkeiten noch etwas kahl, findet Rempel, aber das soll sich bald ändern. „Unsere Bewohner*innen sollen ihr Leben selbst gestalten. Dazu gehört auch, dass etwa die liebgewonnene alte Kommode oder selbstgestickte Bilder, die nicht mehr ins eigene Apartment gepasst haben, in der großen Wohnküche untergebracht werden“. Gegenstände, die die WG nach und nach zu einem Zuhause für die Bewohner*innen machen. 

„Die familiäre Atmosphäre ist die Basis unseres Konzepts“, erklärt Rempel. Jede*r Demenzkranke sei anders, habe andere Erfahrungen und eine bestimmte Art, Dinge zu tun. „Darauf gehen wir auch dann noch ein, wenn die Bewoh­ner*innen es selbst nicht mehr können.“ Menschen, die ihr ganzes Leben eigene Gewohnheiten hatten, dürfen diese auch in der WG beibehalten.  

Der Tagesablauf ist bei jedem anders: Wer mag, steht um sechs Uhr auf oder schläft bis zum späten Vormittag; hilft mit im Haushalt – muss es aber nicht. „Wir versuchen, die Selbständigkeit der Bewohner*innen unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse, Bedarfe, Fähigkeiten und Ressourcen zu erhalten oder zu fördern“. Für alles, was sie nicht allein bewältigen können, gibt es Hilfe durch ein Team von bis zu 15 erfahrenen Betreuungs- und Pflegekräften, die das DRK teilweise noch sucht. Gemeinsam Singen, Kochen, Spielen oder Gymnastik - jeden Wochentag wird etwas anderes angeboten. 

Auch die Angehörigen sind in der WG gern gesehene Gäste. Soweit möglich, werden sie in die Aktivitäten eingebunden. Die derzeit geltenden üblichen Abstands- und Hygienebestimmungen sehen vor, dass sie beim Besuch der Bewohner*innen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen. Treffen sind im Garten oder in den Apartments der Bewohner*innen möglich. „Der Schutz dieser besonders sensiblen Personengruppe hat für uns oberste Priorität“, sagt Rempel. „Wir sind daher bei den Angehörigen in den DRK Wohngruppen auf großes Verständnis gestoßen“. Auch beim Tag der offenen Tür werden Besucher*innen gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Potentielle Mieter*innen müssen einen Wohnberechtigungsschein vorweisen. Weitere Informationen unter Telefon (0178) 90 90 390 oder per E-Mail an regina.rempel[at]drk-sozial[dot]de.

20. August 2020 12:36 Uhr. Alter: 36 Tage