Zugewanderte Jugendliche schreiben Lied der Hoffnung
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Zugewanderte Jugendliche schreiben Lied der Hoffnung

DRK Workshop

Deutsch lernen mit Musik: Jugendliche

Sie schreiben von Trauer, Freude und einem Neuanfang. Vor allem aber davon, zusammenzuhalten: In einem Workshop des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben 14 zugewanderte Jugendliche einen eigenen Song getextet und die Musik dazu komponiert. Entstanden ist „Nie allein" - ein Lied der Hoffnung.

Drei Tage lang haben die sechs Schülerinnen und acht Schüler aus internationalen Klassen der Baumheideschule an dem Song gearbeitet. „Musik ist eine Sprache, die Menschen über alle Kulturen und Grenzen hinweg verbindet", sagt Hatice Gümüs. Die Migrationsberaterin beim DRK hatte die Projektidee, stellte den Kontakt zur Hauptschule und zu Fabian Wege her. Der Osnabrücker Musiker hat sich seit einigen Jahren darauf spezialisiert, Sprache kreativ mit Musik zu vermitteln, arbeitet weltweit für das Goetheinstitut.

„Ist das Deutschlernen mit Spaß und Emotion verbunden, fällt es leichter", erklärt Wege. Zum Programm des Workshops gehören daher neben der eigentlichen Arbeit am Text und der Melodie beispielsweise auch Sing- und Rhythmusspiele mit deutschen Zungenbrechern. „Humor hilft, um Sprachbarrieren zu überbrücken". Das sei wichtig, wenn die Gruppe so heterogen wie diese zusammengesetzt ist. Die Schüler*innen im Alter von 12 bis 16 Jahren stammen aus Bulgarien, dem Irak und Kasachstan.

Entstanden ist ein mehrsprachiger Text mit berührendem Inhalt. „Acht Milliarden Menschen, so gleich und so verschieden - alle zusammen, ist was hier zählt", heißt es im Refrain. „Das ist eine Ansage an die Welt: Wir sind nicht allein, obwohl wir so verschieden sind", sagt Hans-Jürgen Sager. Der Schulleiter ist beeindruckt davon, wie intensiv und freudig die Teilnehmenden zusammengearbeitet haben. „Das Ziel muss sein, hier anzukommen", verdeutlicht Sager. „Die Schüler*innen haben gezeigt, wenn man ehrgeizig ist und arbeitet, schafft man das".

Die Uraufführung des Songs verfolgte neben Schüler*innen aus internationalen Klassen der Baumheideschule, Lehrkräften und Vertreter*innen der Stadt Bielefeld auch DRK Geschäftsführerin Ilka Mähler. „Der Weg zur Integration geht immer über die Sprache", sagt Mähler. Im Rahmen der Familienzusammenführung rückten die Kinder der bleibeberechtigten Zuwanderer mit Aufenthaltsstaus zunehmend in den Fokus der Migrationsberatung. Daher habe das DRK erstmalig ein Projekt mit zugewanderten Jugendlichen durchgeführt.

Gefördert wird der Workshop mit Mitteln des Landesprogramms „Komm an NRW" des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Bereits zum vierten Mal führt das DRK Kreativprojekte mit Komm an NRW-Fördermitteln durch: 2016 ein Kunstprojekt und Vernissage in der Uni Bielefeld, seit 2017 Dauerausstellung einer Friedensskulptur im Technischen Rathaus und 2018 ein Kochprojekt in der Flüchtlingsunterkunft Rütli.

Weitere Informationen:

Hatice Gümüs, Migrationsberaterin, Telefon 0521 – 32 98 98 735

15. November 2019 08:54 Uhr. Alter: 31 Tage