Mit „Cooper“ erhält das Team der DRK Kita Bullerbü tierische Unterstützung im Kita-Alltag
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Mit „Cooper“ erhält das Team der DRK Kita Bullerbü tierische Unterstützung im Kita-Alltag

Auf weichen Pfoten

Die Kinder Marlo (von links), Victoria, Nela, Mert, Anabell und Mick freuen sich, wenn Erzieherin Elisa Temma jeden Freitag ihren Labrador-Rüden und „Co-Pädagogen“ Cooper mit in die Kita Bullerbü bringt. (Foto: Rempe)

Schokofarbenes Fell, große Schnauze und eine feuchte Nase: Nicht gerade die typische Beschreibung eines Erziehers. Doch das ist in der Kita Bullerbü des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) anders. Sobald „Cooper“ sein Hundegeschirr trägt, wird er für das Kita-Team zum Kollegen. Seine Aufgaben: Das Selbstbewusstsein und Sozialverhalten der Kinder zu stärken, Ängste abzubauen und einfache Grundregeln im Umgang mit Hunden zu vermitteln. 

Für diese Arbeit wurde der fünfjährige Labrador-Rüde extra ausgebildet. Gemeinsam mit Elisa Temme, Besitzerin und Erzieherin in der DRK Kita, hat er eineinhalb Jahre lang die Therapiebegleithundeausbildung durchlaufen. „Cooper musste zuvor in einem Eignungstest seine Stresstoleranz beweisen, damit das Arbeiten mit Kindern möglich ist“, erzählt Temme. Im vergangenen Sommer bestand das eingespielte Team nach 85 Theorie- und Praxisstunden erfolgreich die Prüfung. Während dieser Zeit hat Cooper unter anderem gelernt entspannt zu bleiben, wenn sich Menschen ungewöhnlich verhalten oder bewegen, oder es besonders laut ist. Damit hat der Hund jetzt einen festen Platz im Kita-Alltag.

Mit seinen großen, dunklen Augen hat sich Cooper schnell zum Lieblingserzieher der Bullerbü-Kinder entwickelt. „Die Kinder öffnen sich schneller, fangen an zu erzählen oder suchen die Nähe zum Tier“, sagt Temme. „Cooper nimmt die Kinder so an wie sie sind, wertet nicht und macht keine Unterschiede – das spüren sie.“ Ob nun der gemeinsame Spaziergang, das Spielen am Bullerbach oder das Füttern mit Leckerlis: Cooper hilft den Kindern, Verantwortung zu übernehmen, mutiger oder auch ruhiger zu werden – je nachdem, was für sie gerade wichtig ist.

„Er bringt ganz neue pädagogische Ansätze in die Kita“, stellt auch Hanne Holtkamp fest. Für die Kita-Leiterin ist es wichtig, Kindern Kontakte zu Tieren zu ermöglichen. „Ein Haustier zu haben ist nicht selbstverständlich“, sagt Holtkamp. Durch Cooper gewännen alle Kinder der Einrichtung Sicherheit im Umgang mit Tieren. „Es gab Kinder, die haben früher die Straßenseite gewechselt, wenn ihnen in Hund entgegenkam. Das ist jetzt nicht mehr so“. Um das Projekt „Kita-Hund“ umzusetzen, waren intensive Informationen und Gespräche mit Eltern und dem Kita-Team nötig. „Grundvoraussetzung für die tiergestützte Arbeit ist, dass alle dahinterstehen“, betont die Kitaleiterin. Ein Hygienekonzept regelt unter anderem, in welchen Räumen sich Cooper aufhalten darf, damit Allergiker nicht unter seiner Anwesenheit leiden.

Tiergestützte Pädagogik ist ein besonderer Schwerpunkt in vielen DRK Kitas. „Tiere beeinflussen die Entwicklung von Kindern nachweislich positiv, das wollen wir unterstützen“, betont auch DRK Vorstand Christopher Brandes. Lernprozesse im sozial- emotionalen Bereich, Sprachentwicklung, Selbstvertrauen und nicht zuletzt Verantwortungsgefühl würden gestärkt und unterstützt. „Tiere können Seelentröster sein oder Brücke, um Kinder zusammenzubringen“.

Besitzerin Elisa Temme plant einen „Cooper-Tag“ pro Woche in der Kita ein. Dann dürfen ihn die Kinder streicheln, mit ihm das Bullerbachtal erkunden und spielen oder Tricks mit ihm üben. Auf keinen Fall will Temme ihren „Co-Pädagogen“ überfordern: „Cooper wird bei der Arbeit mit den Kindern sowohl körperlich als auch seelisch sehr gefordert“. Es sei wichtig, dass er den Spaß nicht verliere. Das sieht der aufgeweckte Labrador offensichtlich genauso und hat sich nach getaner Arbeit auf seiner Decke ausgestreckt, um sein Hundeleben in vollen Zügen zu genießen. 

Weitere Informationen: Hanne Holtkamp, Kita-Leiterin, 0521 – 32 92 26 40

 

 

7. Februar 2020 14:42 Uhr. Alter: 120 Tage