„Ein Helm für Flüchtlinge“
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„Ein Helm für Flüchtlinge“

Kinderneurologie-Hilfe startet Spendeninitiative

Gut geschützt: Daniel Pourjalah ist der erste Flüchtling, den die Kinderneurologie-Hilfe mit einem Stadthelm ausgestattet hat. Richtig gut finden das Hatice Gümüs (hinten, von links), Geschäftsführer Michael Beimdiek (beide DRK), Mutter Zinab Osirand und Tatjana Trembatsch (Kinderneurologiehilfe).

Daniel Pourjalah findet seinen neuen Fahrradhelm richtig cool. Der 13-jährige Junge aus dem Iran, der mit seiner Familie in der Flüchtlingsunterkunft Rütli wohnt, ist ab sofort sicher mit dem Fahrrad auf Bielefelds Straßen unterwegs. Er ist der erste Flüchtling, dem Fall-Managerin Tatjana Trembatsch von der Kinderneurologie-Hilfe Bielefeld und DRK Geschäftsführer Michael Beimdiek den „Stadthelm Bielefeld“ übergeben hat. Damit ist der offizielle Startschuss für die neue Initiative der Kinderneurologie-Hilfe „Ein Helm für Flüchtlinge“ gefallen. Bielefelder Bürger und Unternehmen sind aufgerufen, sogenannte „Helmpatenschaften“ zu übernehmen.

Berichte über Fahrradspenden an Flüchtlinge brachten Beimdiek auf die Idee, die Initiative zu starten: „Flüchtlinge in Bielefeld mobil zu machen verbessert deren Integration und Identifikation mit der Stadt“. Gleichzeitig habe es in den Medien immer häufiger Berichte über Gefahrensituationen und Verkehrsunfälle durch fahrradfahrende Flüchtlinge gegeben. Flüchtingsberaterin Hatice Gümüs erklärt: „Sie sind mit dem großen Verkehrsaufkommen und den bei uns geltenden Verkehrsregeln überfordert“. Zudem sei in ihren Heimatländern das Tragen eines Helms oft nicht üblich.

Partner für die Initiative ist die Kinderneurologie-Hilfe Bielefeld. Unter dem Dach der DRK Soziale Dienste OWL betreut sie in Ostwestfalen-Lippe Familien mit Kindern und Jugendlichen mit erworbenen Hirnschädigungen nach Kopfverletzungen. Seit 2011 wirbt sie für Bielefelds Stadthelm. „Kopfverletzungen sind die Haupttodesursache bei Fahrradunfällen von Kindern und Jugendlichen“, erläutert Trembatsch. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass das Risiko für Kopf- und Hirnverletzungen um rund 70 Prozent reduziert werden kann, wenn ein Fahrradhelm getragen wird.

Das Besondere am von der Kinderneurologie-Hilfe mit dem Projektpartner ABUS entwickelten Stadthelm: Von jedem verkauften Helm zum Preis von 69,95 Euro profitiert der Bundesverband mit fünf Euro, drei Euro fließen an die Organisation in Bielefeld zurück. „Mit der Übernahme einer Helmpatenschaft helfen Spender nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch den Familien betroffener Kinder“, freut sich Trembatsch über den doppelten guten Zweck. Spenden werden auf dem Konto 11 77 88 der DRK Soziale Dienste OWL bei der Sparkasse Bielefeld, Bankleitzahl 480 501 61, Verwendungszweck „Ein Helm für Flüchtlinge“ entgegengenommen. Weitere Informationen unter Telefon (05 21) 32 98 98 37.

Weitere Informationen

Tatjana Trembatsch, Telefon 0521 – 32 98 98 37

16. Dezember 2015 12:55 Uhr. Alter: 3 Jahre