Gut ausgebildet und sozial engagiert
Sie sind hier: Aktuelles / News » Gut ausgebildet und sozial engagiert

Gut ausgebildet und sozial engagiert

8. April 2010 BMI-Förderpreis "Helfende Hand 2010"

In Bielefeld startet bundesweit erstes Rotkreuzjahr, Foto: DRK Soziale Dienste OWL gGmbH

Viele Schulabgänger sind unschlüssig, wohin ihr beruflicher Weg gehen soll. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich daher nach dem Schulabschluss für einen Freiwilligendienst. Dort können sie sich sozial engagieren, neue Erfahrungen sammeln, sich und ihre Stärken besser kennen lernen. Den meisten fällt im Anschluss die Entscheidung für ein Studium oder eine Berufsausbildung leichter.

Eine neue Form des Freiwilligendienstes bietet ab sofort das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Bielefeld an. Das „Rotkreuzjahr“ (RKJ) ist bundesweit einmalig. 105 Einsatzstellen bietet der Träger an, davon 85 in Bielefeld und weitere 20 in Ostwestfalen-Lippe (OWL). An 25 Seminartagen werden die Teilnehmer innerhalb des Jahres fachspezifisch fortgebildet. Das Besondere: Beim DRK in Bielefeld erhalten sie einen individuell auf ihre Tätigkeit abgestimmten Seminarplan. „Die Arbeit im Fahrdienst, in der Pflege oder in Kitas ist grundverschieden“, sagt DRK-Geschäftsführer Michael Beimdiek. „Deswegen erhalten Freiwillige im Rotkreuzjahr genau das Rüstzeug, das sie für ihre konkrete Aufgabe benötigen“.

Einer von ihnen ist Manuel Kleinker (16). Der Realschüler hat als einer der ersten seinen Vertrag für das Rotkreuzjahr unterschrieben. Im Sommer wird er seine Stelle in der DRK Kita Weltweit im Ostmannturmviertel antreten. Diese besuchte er schon als Kindergarten- und Hortkind, jetzt kehrt er als „RKJ-ler“ zurück. „Ich arbeite gerne mit Kindern, habe eine gewisse Verantwortung für sie – das ist eine Herausforderung für mich“, sagt Kleinker. Das fachbezogene Seminarangebot gefalle ihm besonders. „Wenn man die Hintergründe kennt, kann man sich viel besser einbringen“, findet er. Eventuell kann man hier noch einen Satz zu seinen Vorstellungen bzgl. Ausbildung/ Studium/ Berufswunsch schreiben.

Die Gründe für die Teilnahme am Freiwilligendienst sind so vielfältig wie die Möglichkeiten, die das RKJ bietet. „Das Rotkreuzjahr gewährt Einblicke in sämtliche Berufe des sozialen und medizinischen Bereichs“, sagt Michael Beimdiek. „Wer beispielsweise die Wartezeit auf einen Studienplatz überbrücken muss, für den ist das sinnvoll verbrachte Zeit“. Insbesondere die guten Teilnehmerzahlen bei der Kranken- und Altenpflege machen ihm Hoffnung, dass sich viele junge Menschen während des Freiwilligendienstes für einen späteren Berufseinstieg in diesen Bereich entscheiden. „Der Mangel an Pflegekräften wird sich in den nächsten Jahren noch zuspitzen“, sagt er.

Wer sich genauer informieren möchte oder bewirbt, kommt beim DRK mit Anja Langellotti ins Gespräch. Sie koordiniert das Rotkreuzjahr und berät Bewerber dabei, die richtige Stelle für sich zu finden. „Wer sich für diesen Weg entscheidet, muss viel klären - zunächst die eigenen Interessen“, sagt Langellotti. „Manchen Bewerbern liegt die Arbeit mit kranken oder behinderten Menschen eher, andere kommen besser mit Kindern oder Jugendlichen aus“. Je nach Neigung kann der Einsatzort aus der langen Angebotsliste der DRK herausgefiltert werden: Kitas, Pflegeeinrichtungen, Demenz-WGs, Fahrdienste für Menschen mit Behinderungen, Hausmeisterei oder Verwaltung. „Da ist für jeden etwas dabei“, sagt Langellotti.

27. März 2015 00:00 Uhr. Alter: 3 Jahre