Intensivbetreuung erfordert mehr Zeit
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Intensivbetreuung erfordert mehr Zeit

DRK- Kinderneurologie-Hilfe sucht Ehrenamtliche

Tatjana Trembatsch und Michael Beimdiek suchen Ehrenamtliche für die Kinderneurologie-Hilfe im Bereich OWL.

Sarah (Name geändert) ist eine gute Schülerin. Sie besucht das Gymnasium, das Lernen fällt ihr leicht. Nach einem Krampfanfall verbunden mit hohem Fieber und Bewusstlosigkeit muss die 13-jährige fünf Tage auf der Intensivstation verbringen. Zwar  verbessert sich ihr körperlicher Zustand durch die medikamentöse Therapie. Dennoch leidet sie seitdem unter stark ausgeprägten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.

Zurück in der Schule kann sie den Lernstoff nicht mehr behalten. Zu Hause weiß sie im nächsten Augenblick nicht mehr, warum sie in die Küche gegangen ist. Besuche ihrer Freundinnen strengen sie schon nach kurzer Zeit an. Sarah leidet an depressiven Verstimmungen, ihre Familie ist mit der Situation überfordert. In Ihrer Not wenden sich die Eltern an die Kinderneurologiehilfe des DRK (Deutsches Rotes Kreuz). Case-Managerin Tatjana Trembatsch beantragt eine stationäre Rehabilitation in einer neurologischen Klinik für Jugendliche. Von dort zurückgekehrt wird Sarah die Schule wechseln müssen und eine Hilfe in der Schule und für die Hausaufgaben benötigen.

Sarahs Geschichte ist kein Einzelfall: Rund 150 dieser Familien hat die Kinderneurologie-Hilfe Bielefeld seit 2010 betreut. Zum Teil über Jahre. Und es werden ständig mehr. Allein 16 Familien befinden sich derzeit in Intensivbetreuung. Nach solch einem gravierenden Ereignis im Leben einer Familie ist plötzlich alles anders. „Die Eltern stehen oft ratlos da und finden sich im weitverzweigten Hilfesystem nicht zurecht“, sagt Trembatsch.

Zudem müssen sie neben der Pflege und Versorgung ihres nicht selten schwer behinderten Kindes mit ihrem eigenen seelischen Trauma fertig werden. „Schuldgefühle und Überforderung führen im schlimmsten Fall dazu, dass auch die Eltern erkranken“.

Die Erfahrung hat gezeigt: Oft benötigten die Familien noch mehr Zeit für Einzelgespräche. Nicht nur, um über weiterführende Therapien, notwendig gewordene Umbauten oder die Beantragung von Fördermitteln zu sprechen. „Die Betroffenen benötigen langfristige Hilfe, um mit den seelischen und körperlichen Belastungen der neuen Situation dauerhaft fertig zu werden“, weiß Trembatsch. Hilfe, für die das DRK jetzt Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen im Ruhestand sucht, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Die Idee: Sie verfügen über die Erfahrung und das nötige Fachwissen, kennen sich mit den Strukturen in Bielefeld aus. Das DRK will die Ehrenamtlichen mit Schulungen beim Bundesverband Kinderneurologie-Hilfe auf ihre Aufgabe vorbereiten. Information unter Telefon (05 21) 32 98 98 37.

Weitere Informationen

Tatjana Trembatsch, Telefon 0521 – 32 98 98 37

28. April 2016 11:42 Uhr. Alter: 3 Jahre