Mehr Ausbildungsplätze für junge Migranten
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Mehr Ausbildungsplätze für junge Migranten

KAUSA Servicestelle und DRK wollen Potentiale bei Migrantenunternehmen besser ausschöpfen

Kooperieren: Mehmet Ali Ölmez (DRK, von links), Faika Saron, Julia Walczyk (beide KAUSA Servicestelle), Hatice Gümüs (DRK) und Katrin Herking (Handwerkskammer).

Rund jeder sechste Unternehmer in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, Tendenz steigend. Dies zeigt eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung aus Gütersloh. Migrantenunternehmen sind praktisch in allen Branchen vertreten. Neben der Gastronomie, dem Handel und der Touristikbranche spielen laut Studie auch der Dienstleistungsbereich und das produzierende Gewerbe eine immer größere Rolle.

Die Ausbildungsbeteiligung der Unternehmer mit Migrationshintergrund hat sich in den letzten Jahren zwar erhöht, jedoch liegt sie weiterhin unter dem bundesweiten Durchschnitt. „Selbständige mit Migrationshintergrund wissen oft nicht, wo sie sich in Ausbildungsfragen informieren und beraten lassen können“, sagt Julia Walczyk, Projektkoordinatorin der KAUSA Servicestelle Bielefeld. Zudem fehlten Kenntnisse über die Vorteile und die Funktionsweise der dualen Ausbildung in Deutschland. „Dennoch suchen auch diese Unternehmen nach Lösungen, wie sie ihren zukünftigen Fachkräftebedarf sichern können.“

Dem gegenüber steht eine wachsende Zahl junger Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund, die auf der Suche nach Ausbildungsperspektiven sind. Die Erfahrung zeigt, dass sie diese nicht selten in kleineren und mittleren Unternehmen, in denen Migranten ihre Arbeitgeber sind, finden. 

In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz Soziale Dienste OWL und dem Verein zur Förderung der Ideen Atatürks in Deutschland e.V. informiert die KAUSA Servicestelle Bielefeld, deren Träger die REGE (Regionale Personalentwicklungsgesellschaft) mbH ist, Selbständige und Unternehmer/innen mit Migrationshintergrund über Möglichkeiten und Unterstützungsangebote als Ausbildungsbetrieb tätig zu werden. Ziel ist es, die Ausbildungsbeteiligung zu erhöhen und damit mehr jungen Migranten eine Ausbildungsperspektive zu bieten.

Als Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration ist die KAUSA Servicestelle Bielefeld eine Informations- und Anlaufstelle vor Ort für  junge Geflüchtete, Jugendliche mit Migrationshintergrund, Eltern, Selbständige mit Migrationshintergrund sowie kleine und mittlere Unternehmen. KAUSA berät die Selbstständigen zum Einstieg in die Ausbildung, begleitet sie bei Bedarf während des ersten Ausbildungsjahres und unterstützt sie in der Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, dem Jobcenter, den Kammern und anderen Institutionen. Mehr Unternehmen und Selbständige in Bielefeld sollen dabei unterstützt werden, Jugendliche  in Ausbildung zu bringen. „Dies gelingt zum Beispiel mit Berufsfelderkundungen, Praktika oder Einstiegsqualifikationen“, sagt Julia Walczyk.

Hatice Gümüs, Migrations- und Flüchtlingsberaterin beim DRK Soziale Dienste OWL, will ihren Klienten durch Vermittlung an die die KAUSA Servicestelle Bielefeld noch bessere Perspektiven bieten:  „Wir können die Jugendlichen nur dann erfolgreich integrieren, wenn wir ihre Potentiale erkennen“.  Insbesondere die umfangreiche Einzelfallbetreuung sei eine willkommene Ergänzung zu den Beratungsleistungen des DRK Soziale Dienste OWL. Information unter Telefon 0521/9622-313.

7. Dezember 2016 08:39 Uhr. Alter: 2 Jahre