DRK Fahrschule verhilft Flüchtlingen zum Führerschein
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DRK Fahrschule verhilft Flüchtlingen zum Führerschein

Bessere Chancen bei Integration in den Arbeitsmarkt

Sicher unterwegs: Fahrschullehrer Dirk Konert (von links), Geschäftsführer Michael Beimdiek und Fahrdienstleiter Sebastian Mzyk (alle DRK) ebnen Mahmood Shaker (im Auto) den Weg zum Führerschein.

Sie wollen in Sicherheit leben, sich eine neue Existenz aufbauen, arbeiten - viele Flüchtlinge kommen mit klaren Vorstellungen nach Deutschland. Besonders diejenigen, die schon einige Monate hier leben, wissen, worauf es ankommt. Deutsch lernen steht dabei an erster Stelle. Klar ist aber auch: Der Besitz einer deutschen Fahrerlaubnis ist oft der Schlüssel, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Für Flüchtlinge wie für alle anderen Migranten gilt: Wer eine ausländische Fahrerlaubnis besitzt, darf zunächst in der Regel ein halbes Jahr nach Einrichtung eines Wohnsitzes oder nach Registrierung auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Danach müssen die meisten ihren Führerschein umschreiben lassen. „Die Anforderungen der Führerscheinprüfung etwa in Syrien, dem Irak oder Afghanistan entsprechen nicht den deutschen Standards“, sagt Dirk Konert, Fahrlehrer in der bundesweit ersten Fahrschule des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Deswegen müssen Flüchtlinge aus diesen und anderen Herkunftsländern noch einmal die theoretische und praktische Fahrprüfung ablegen. Fahrstunden sehen die deutschen Regelungen dabei nicht zwingend vor. „Ohne diese ist die Prüfung im Normalfall aber nicht zu schaffen“, weiß der Fahrlehrer.

Mit dem Fahrzeug umzugehen, fällt den meisten recht leicht. „Oft sind die Flüchtlinge in ihren Heimatländern schon jahrelang Auto gefahren“, sagt Konert. Eine größere Herausforderung sind die Verkehrsregeln in Deutschland, bestätigt auch Mahmood Shaker. Der 29-jährige Iraker hat in der Ukraine Medizin studiert und lebt seit zwei Jahren in Deutschland. Er gehört zu den ersten Fahrschülern mit Fluchthintergrund, die in der DRK Fahrschule ausgebildet werden: „Es gibt im Irak zwar Verkehrsregeln, aber niemand hält sich daran“.

Deswegen büffelt er fleißig für die theoretische Führerscheinprüfung. Diese muss in einer der elf zugelassenen Sprachen oder auf Deutsch abgelegt werden. Arabisch gehört nicht dazu. Kein Problem für Shaker, der schon gut Deutsch spricht – wie viele der Interessenten, die in die Fahrschule kommen. Allen anderen hilft das DRK bei Bedarf mit Dolmetschern. „Es besteht ein großer Wille zur Integration“, stellt Sebastian Mzyk, Fahrdienstleiter beim DRK, fest. „Den Erwerb der Fahrerlaubnis sehen die Flüchtlinge als einen Bestandteil dieses Prozesses an“.

Für die Fahrstunden berechnet das DRK für alle Fahrschüler die gleichen marktüblichen Preise. Zudem können sich Interessenten darüber informieren, welche Papiere neben dem Nachweis der Identität wichtig und welche Zuschüsse möglich sind. „Die Beratung rundherum bieten wir kostenfrei an“, sagt Michael Beimdiek. Der DRK Geschäftsführer betont, dass auch Flüchtlinge bei Nachweis eines Arbeitsvertrages eine Förderung vom Jobcenter erhalten, wenn für die Ausübung der Tätigkeit ein Führerschein vonnöten ist. Das DRK plane zudem ein gemeinsames Projekt mit der Arbeitsverwaltung. Erste Gespräche seien bereits geführt worden. Flüchtlinge sollen auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet werden und im Rahmen dessen den Führerschein erwerben. Interessenten können sich unter Telefon (0521) 32 98 98 77 informieren.

Weitere Informationen

Sebastian Mzyk, Telefon 0521 – 32 98 98 46

3. Februar 2016 11:19 Uhr. Alter: 3 Jahre