Hier rollt die Hilfe an
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Hier rollt die Hilfe an

Verein „Fahrräder bewegen Bielefeld“ macht Flüchtlinge in der Schillerhalle mobil

Willkommene Mobilität:

Zur Behörde, zum Einkaufen, zum Sprachkurs: Viele Wege, die Flüchtlinge täglich zu absolvieren haben, sind zu Fuß nur schwer zu bewältigen. Mit einem Fahrrad sind sie im Alltag deutlich mobiler. Jetzt machen die ökumenische Initiative Asyl und Flüchtlingshilfe in Schildesche, der Verein „Fahrräder bewegen Bielefeld“ und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gemeinsame Sache, wenn es darum geht, die Flüchtlinge in der Schillerhalle mobil zu machen. Auf Initiative der Flüchtlingshilfe hat der Verein die ersten sechs Fahrräder an die Flüchtlingsunterkunft, die vom DRK betrieben wird, übergeben, weitere sollen folgen.

Anas Alazhari ist dort ein richtiger Profi, wenn es ums Fahrradfahren geht. Schon vor einigen Monaten hat er sich ein Fahrrad auf dem Flohmarkt gekauft, es von der Schildescher Bezirkspolizei prüfen und registrieren lassen. Dem 37-jährigen Syrer hat ein Freund die Verkehrsregeln erklärt, etwa dass er die Fahrtrichtung einhalten oder auf Fahrradwege achten muss. Jetzt hilft er seinen Mitbewohnern, fit auf dem Fahrrad und für den Straßenverkehr in Deutschland zu werden.

Spezielle Schilder, verbindliche Verkehrsregeln: Für die Flüchtlinge ist alles neu. „Das ist für die meisten wie Vokabeln lernen“, sagt Derya Kirasi, Sozialarbeiterin beim DRK. Sie hat sich dafür stark gemacht, dass die Bewohner bereits von der Bezirkspolizei Schildesche theoretisch geschult wurden. Alazhari half auch hier als Dolmetscher aus und konnte aus eigener Erfahrung berichten. Jetzt, da die Fahrräder endlich da sind, soll der praktische Unterricht auf dem weitläufigen Gelände der Schillerhalle starten. „Die Erfahrungen mit dem Fahrradfahren sind sehr unterschiedlich“, weiß Kirasi. Deswegen sollen die sicheren Radfahrer rund um Anas Alzari ihren Mitbewohnern helfen.

Ein Konzept, dass auch Stefan Mielke gefällt: „Wir wollen den Menschen zu Mobilität zu verhelfen“, sagt der Vorsitzende des Vereins „Fahrräder bewegen Bielefeld“.  Ihm ist wichtig, dass sowohl die Sicherheit der Fahrradfahrer selbst als auch die der anderen Verkehrsteilnehmer gewährleistet wird.  Dazu müssten nicht nur die Räder verkehrstauglich gemacht werden. Mielke hofft, mit den zukünftigen Radfahrern in Kontakt zu bleiben, auch wenn einmal Reparaturen am Rad notwendig sind. „All das schafft zwischenmenschliche Verbindungen, die den Geflüchteten zur Integration verhelfen“, sagt auch Jörg Lüder, Vorsitzender der ökumenischen Initiative Asyl und Flüchtlingshilfe in Schildesche. „Wir unterstützen da, wo es Stadt oder Land nicht mehr leisten können“.

Die Fahrräder sollen jetzt von der Bezirkspolizei Schildesche registriert und auf Verkehrstauglichkeit geprüft werden. Danach können sie von den Bewohnern gegen Pfand ausgeliehen werden. Das DRK freut sich über Spenden von Helmen und Fahrradschlössern. Informationen unter Telefon 0521 – 528 91 490.

Christina-Carolin Rempe

25. Mai 2016 08:59 Uhr. Alter: 2 Jahre