Freiwillige nicht mehr wegzudenken
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Freiwillige nicht mehr wegzudenken

DRK Fahrdienst jetzt am neuen Standort Kaiserstraße – Noch Stellen frei

Haben den Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen im Kreis Gütersloh gut aufgestellt: Michael Beimdiek (DRK Geschäftsführer, von links), Sebastian Mzyk (DRK Fahrdienstleiter), Esther Lemke (DRK Koordinatorin Freiwilligendienste), Finn Tandy, Rabi Kas (beide Freiwilligendienstleistende) und Rainer Frenz (stellv. Vorsitzender DRK Ortsverein Gütersloh).

Verwandte oder Freunde besuchen, ins Kino oder Theater gehen: Damit Menschen mit Behinderung in ihrer Freizeitgestaltung möglichst wenig Einschränkungen und möglichst viel Selbstbestimmung erfahren, bedarf es spezieller Fahrdienste.

Im Kreis Gütersloh sorgt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schon seit 32 Jahren dafür, dass Personen, die wegen ihrer Behinderung weder öffentliche Verkehrsmittel noch ein Taxi benutzen können, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtert und der Alltag so angenehm wie möglich gemacht wird. „Lebensqualität bedeutet mobil, selbstständig und unabhängig sein“, sagt Rainer Frenz, stellvertretender Vorsitzender des DRK Ortsvereins Gütersloh. „Ohne diesen Service wäre es für viele Menschen unmöglich, ihre Wohnung zu verlassen“.

Vier moderne Fahrzeuge sind jetzt am neuen Standort an der Kaiserstraße untergebracht. Sie bieten je nach Einsatz Platz für maximal drei Begleitpersonen und bis zu vier Personen im Rollstuhl beziehungsweise für eine Fahrtrage oder einen Tragestuhl. Dabei bewältigt der DRK Fahrdienst täglich rund um die Uhr je nach Auslastung zwischen 20 und 40 Fahrten.

Rund 10 Mitarbeiter sorgen dabei als Fahrer, in der Leitstelle und in der Verwaltung für den reibungslosen Ablauf. Seine Fahrgäste begleitet das DRK durchgängig von der Wohnungstür bis zum Bestimmungsort. Auch private Urlaubsfahrten für Einzelpersonen oder Gruppen stehen immer öfter auf dem Dienstplan. „Dabei kommen unsere Fahrer manchmal ziemlich herum“, erzählt Sebastian Mzyk vom DRK und berichtet über Fahrten nach Österreich, Polen, an die Nord- und Ostsee.

Lobende Worte findet der Fahrdienstleiter insbesondere für die Freiwilligendienstleitenden: „Die jungen Leute stehen hinter der Sache, sie sind motiviert und wollen älteren, kranken oder behinderten Menschen helfen“, sagt Mzyk. „Aus unserem Alltag sind sie gar nicht mehr wegzudenken“. Die Aufgaben, die junge Menschen im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) übernehmen, sind vielfältig – und wichtig. „Die Hilfe unserer Freiwilligendienstleitenden bedeutet beispielsweise für viele alte und behinderte Menschen ein Mehr an menschlicher Nähe“, sagt Mzyk. „Ohne sie“, so befürchtet er, „müssten einige Leistungen auf ein Mindestmaß reduziert oder sogar gänzlich eingestellt werden“.

Problematisch sei in diesem Jahr, dass die Bewerber meistens sehr jung sind und noch nicht über die gesetzlich vorgeschriebene PKW-Fahrerfahrung von einem Jahr ab dem 18. Lebensjahr verfügen. So sind noch einige Stellen frei. Die Fahrer der Behindertenfahrzeuge müssen nämlich einen Personenbeförderungsschein beim Straßenverkehrsamt beantragen. Die Kosten dafür übernimmt das DRK, so Mzyk  und bedauert, dass die meisten die Voraussetzungen aktuell nicht erfüllen. Wer jünger ist, kann aber auch als Beifahrer eingesetzt werden.

Auch Finn Tandy (19) wird zum 1. September seinen Freiwilligendienst zunächst als Beifahrer im Fahrdienst aufnehmen. Sobald er im Dezember über die vorgeschriebene einjährige Fahrpraxis verfügt und im Besitz des Personenbeförderungsscheins ist, kann er als Fahrer eingesetzt werden. Er hofft, während seiner Zeit beim DRK Erfahrungen im Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen zu sammeln. „Hier kann ich die Zeit bis zu meinem Lehramt-Studium sinnvoll nutzen“. Rabi Kas (19) hat seinen Personenbeförderungsschein schon beantragt und wird schon bald auf Güterslohs Straßen als Fahrer unterwegs sein. „Jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens in Situationen, in denen er auf Hilfe angewiesen ist“, sagt er. „Ich möchte etwas zurückgeben“. Eine Motivation, die Esther Lemke, Koordinatorin der Freiwilligendienste beim DRK, vertraut ist: „Natürlich macht sich ein Freiwilligendienst auch gut im Lebenslauf. Die meisten jungen Menschen aber treten diesen aus echter Überzeugung an“. Weitere Informationen und ein Online-Bewerbungsformular unter www.rotkreuzjahr.de .

Weitere Informationen

Esther Lemke, Telefon 05 21 - 32 98 98 17

24. August 2017 13:56 Uhr. Alter: 332 Tage