Wenn „Arminia gucken“ keine Selbstverständlichkeit ist
Sie sind hier: Aktuelles / News » Wenn „Arminia gucken“ keine Selbstverständlichkeit ist

Wenn „Arminia gucken“ keine Selbstverständlichkeit ist

Freiwillige beim DRK Fahrdienst unterstützen Menschen mit Behinderungen

Pattrick Unterbrink (r.) hat Muhamed Ibrahim ehrenamtlich ins Stadion gefahren. (Foto: Sarah Jonek)

Dass Muhamed Ibraim jedes zweite Wochenende die Heimspiele des DSC Arminia Bielefeld besuchen kann, ist für ihn keine Selbstverständlichkeit. Seit seiner Geburt ist der 41-jährige Arminen-Fan auf einen Rollstuhl angewiesen. Seine Behinderung macht es ihm unmöglich, ohne fremde Hilfe und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadion zu fahren.

Ibraim verpasst keines der Heimspiele „seiner“ Arminen. Er wird mit seinem Betreuer vom Fahrdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) direkt vor das Stadion gefahren. „Es ist spannend und aufregend für mich, die Spiele im Stadion mitzuerleben“, sagt er. „Außerdem treffe ich dort viele Freunde und Bekannte“. Die Tour zum Stadion fährt an diesem Wochenende Patrick Unterbrink. Der 26-jährige Student aus Bielefeld engagiert sich ehrenamtlich als Fahrer beim DRK. „Ich war schon immer sportbegeistert“, erzählt Unterbrink. „Es ist einfach ein gutes Gefühl, dass durch meine Unterstützung auch Menschen mit Behinderungen die Arminia-Spiele live im Stadion erleben können“.

„Unsere Freiwilligen stehen voll hinter der Sache“, weiß Sebastian Mzyk, Geschäftsführer der DRK Fahrdienste in OWL. „Sie wollen behinderten, älteren oder kranken Menschen nicht nur helfen, ihnen sind die persönlichen Kontakte wichtig“. Der Fahrdienst sei abhängig von der Unterstützung durch Freiwillige, um diesen Service in vollem Umfang aufrechterhalten zu können.  Um als Fahrer tätig zu sein, benötigt man aber einen Personenbeförderungsschein. Dafür wird der einjährige Besitz eines Führerscheins der Klasse B vorausgesetzt.  „Es wird immer schwieriger,  geeignete Bewerber mit Führerschein und Mindestalter 19  zu gewinnen“, räumt Mzyk ein. Er wirbt dafür, sich beim und für das DRK zu engagieren, “als Freiwilligendienstleistender im Rotkreuzjahr, als ehrenamtlicher Helfer oder mit einer Spende“.

Seit 1978 übernimmt das DRK den Fahrdienst für Rollstuhlfahrer im Auftrag der Stadt Bielefeld. „Wir haben schon über 5.000 Menschen mit Behinderung den Besuch von Arminia Heimspielen ermöglicht“, erzählt Mzyk. „Unser Fahrdienst verhilft diesen Personen zu mehr Selbstbestimmung in ihrem Leben“. Einer von ihnen ist auch Wolfgang Baum, seit 1995 Vorsitzender des Beirats für Behindertenfragen der Stadt Bielefeld. Er ist selbst durch eine Erkrankung seit Jahrzehnten auf einen Rollstuhl angewiesen und engagiert sich schon viele Jahre für die Belange von Menschen mit Behinderung. „Der DRK Fahrdienst bedeutet für uns Betroffene ein wertvolles Plus an Mobilität, das ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Inklusion“, sagt der 67-jährige Sport-Fan.

Wer Interesse hat, beim Fahrdienst des DRK mitzuarbeiten, kann sich im Internet unter www.rotkreuzjahr.de oder unter Telefon 0521 – 32 98 98 43 informieren.

1. Dezember 2017 10:43 Uhr. Alter: 203 Tage