Richtfest in Eisbergen
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Richtfest in Eisbergen

Wohnen für Senioren mit und ohne Demenz

Machen sich für Senioren-Wohnen stark: Friedrich Schmeding (stellv. Bürgermeister, von links), Thomas Engel, Ute Niemann (Architekten Büro Parallel), Ralf Großegödinghaus (Geschäftsführer DRK Soziales Wohnen OWL), Inka Starke (Pflegedienstleitung), Tanja Probst (Wohngruppenkoordinatorin) und Michael Beimdiek (Geschäftsführer DRK Soziale Dienste OWL) vor den zukünftigen Demenz-WGs.

Das neue, durch das Land NRW mit rund 2,7 Millionen geförderte seniorengerechte Wohnprojekt im Quartier am Eiserbach nimmt immer mehr Gestalt an. Am Samstag haben die Porta Sozialbau GbR, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Architekturbüro Parallel aus Minden mit Handwerkern und Gästen aus Wirtschaft, Politik und Nachbarschaft Richtfest gefeiert.

Der Einbau von Fenster und Türen im zweigliedrigen Baukörper rechts der Albert-Schweitzer-Straße ist abgeschlossen, derzeit erfolgen die Fassadendämmung und der Innenausbau. Wenn im  Mai alles fertig ist, werden sich in der Eiserstraße 2 und 6 auf 1.800 Quadratmetern Mietfläche 18 barrierefreie Mietwohnungen für Senioren und zwei Wohngruppen für insgesamt 16 Menschen mit Demenz um einen begrünten Innenhof gruppieren. Das Interesse an dem Wohnprojekt ist schon jetzt groß.

„Hier können Senioren eigenständig wohnen und bei Bedarf Wohn- und Betreuungsangebote in Anspruch nehmen“, beschreibt DRK Geschäftsführer Michael Beimdiek das Prinzip des rund 3,8 Millionen Euro teuren Gesamtvorhabens. Das DRK als Generalmieter bietet den Bewohnern neben der Vermietung der 50 bis 60 Quadratmeter großen Apartments (davon vier Einheiten für Rollstuhlfahrer) häusliche Pflege an. „Bewohner und Nachbarschaft profitieren von der räumlichen Nähe zu den Pflegekräften in den Wohngruppen“.

Betreuung und Pflege rund um die Uhr will das DRK für die Bewohner der zwei Wohngruppen (WG) für Menschen mit Demenz und anderen gerontopsychatrischen Erkrankungen sicherstellen. „Eine sehr begehrte Wohnform für dementiell Erkrankte“, erläutert Beimdiek, “weil die Anzahl der Bewohner klein und familiär, die Unterbringung individuell ist“.

Dafür will das DRK gut 15 Vollzeitstellen schaffen, die sich etwa 20 bis 25 Personen teilen. Die Anzahl der Mitarbeiter, die das DRK teilweise noch sucht, werde dabei dem Bedarf in der wachsenden WG angepasst.

Acht barrierefreie rund 20 Quadratmeter große Apartments mit eigenem Bad stehen in den je 400 Quadratmeter großen WGs zur Verfügung. Sie teilen sich auf zwei weitläufige, lichtdurchflutete Wohnflure auf, deren Mitte der Gemeinschaftraum mit großer Wohnküche bildet. Jeder Mieter möbliert sein Apartement selbst. Gerade für Demenzerkrankte sei es wichtig, dass sie von Dingen umgeben sind, die sie wiedererkennen können, erläutert Tanja Probst, Wohngruppenkoordinatorin beim DRK. „Aber auch in den Gemeinschafträumen ist Platz für persönliche Gegenstände, an denen viele Erinnerungen hängen“. Das trage zum Wohlbefinden der Bewohner bei. Im sogenannten „Sinnesgarten“, der in den nächsten Wochen entsteht, regen duftende Kräuter Sinneswahrnehmungen wie Hören, Riechen oder Schmecken an.

Betreuungs- und Pflegekräfte des DRK begleiten die Demenzerkrankten beim Kochen, Einkaufen, bei der Körperpflege und der medizinischen Versorgung. „Wir fördern so weit wie möglich die Selbständigkeit der Bewohner bei alltäglichen Verrichtungen, um ihre Kompetenzen zu erhalten“, sagt Probst. Durch die Demenz gingen nach und nach Alltagskompetenzen verloren – wie den Fernseher einschalten oder Kaffee kochen. Zudem litten viele Demenzkranke unter Ängsten. „Deshalb sind eine vertraute Umgebung und verlässliche Ansprechpartner für sie so wichtig“. Beides könne die Demenz-WG bieten und entlaste zudem die Angehörigen, die bei der Pflege zu Hause oft an ihre Grenze stießen.

Das Konzept hat sich bereits in anderen WGs bewährt. Neben den derzeit in Eisbergen entstehenden WGs unterhält die DRK Soziale Dienste gGmbH dreizehn weitere in OWL. Zudem werden vier WGs noch in 2017 eröffnet. Weitere Informationen unter Telefon (05 21) 32 98 98 104 oder E-Mail tanja.probst@drk-sozial.de.

 

Weitere Informationen

Tanja Probst, Telefon 05 21  - 32 98 98 104

11. Februar 2017 10:19 Uhr. Alter: 2 Jahre