Elektrisch unterwegs: DRK Pflegedienst setzt verstärkt auf E-Autos
Sie sind hier: Aktuelles / News » Elektrisch unterwegs: DRK Pflegedienst setzt verstärkt auf E-Autos

Elektrisch unterwegs: DRK Pflegedienst setzt verstärkt auf E-Autos

Kooperation mit electrify GmbH ausgebaut

Elektrifiziert: DRK Pflegedienstleiterin Inka Stanke (vorne), Hans-Dieter Harland (2. Vorsitzender DRK Ortsverein, hinten von links), electrify-Prokurist Marc Jünger, Heide Weitkamp (Vorsitzende DRK Ortsverein) und DRK Geschäftsführer Sebastian Mzyk.

Wenn Pflegedienstleiterin Inka Starke von ihren neuen Elektroautos erzählt, ist ihr die Begeisterung anzumerken. Spritzig, elegant und leise – so beschreibt sie den Automatik-Wagen, der statt an die Zapfsäule alle 300 Kilometer an die Steckdose muss.

Seit einigen Wochen ist der Pflegedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit zwei E-Mobilen auf den Straßen im Kreis Minden-Lübbecke unterwegs. Die Elektroflitzer haben sich schon nach kurzer Zeit zum Liebling der Pflegekräfte gemausert. „Das Fahren macht einfach Spaß“, schwärmt Starke. „Leise Motorengeräusche, kein Kupplung treten, keine Gänge einlegen“, zählt sie die Vorteile auf. Zudem ziehe der Wagen auch bei geringen Geschwindigkeiten richtig gut. Denn der Elektromotor decke stufenlos die gesamte Bandbreite bis etwa 130 Stundenkilometer ab.

Die Fahrzeuge gehören zu einem Fuhrpark von 29 Elektroautos, den das DRK Soziale Dienste OWL seit 2012 kontinuierlich ausbaut. „Zu Beginn wussten wir nicht, wie lange die Batterien halten und ob die Autos überhaupt zu uns passen“, erzählt DRK Geschäftsführer Sebastian Mzyk. Mittlerweile steht fest: „Die Erfahrungen mit der Elektromobilität übertreffen unsere Erwartungen deutlich“. Für einen Pflegedienst, der kurze und gut planbare Touren fahre, seien E-Autos ideal. „Auch zwischen den Schichten kann das Auto aufgeladen werden“. Zurzeit sei dies aber nicht nötig. „Die Touren sind im Tagesschnitt zwischen 80 und 140 km lang. Das reicht allemal“, stellt Mzyk fest.

Was in Minden-Lübbecke heute schon umgesetzt wird, soll zukünftig für die gesamte 130 Fahrzeuge umfassende Pflegeflotte der DRK Soziale Dienste OWL gelten: Die möchte Mzyk nach und nach vollständig auf E-Fahrzeuge umstellen. Das freut auch Marc Jünger, Prokurist der 2016 von Robert Tönnies gegründeten „electrify GmbH“.

„Mit Partnern wie dem DRK leisten wir einen wertvollen Beitrag, um die Elektromobilität in Ostwestfalen voranzutreiben“. Von den Verantwortlichen in der Automobilindustrie wünscht er sich: „Nicht nur reden, sondern machen“.

Deutlichen Nachholbedarf sieht man beim DRK noch beim Ausbau des Ladesäulennetzes. „Nicht wenige hatten zunächst Sorge, unterwegs liegenzubleiben, wenn sie die Heizung anstellen“, erzählt Starke. Fahrstil, Wetter, Geschwindigkeit und Topografie seien wesentliche Faktoren, die die Reichweite beeinflussten. Dank der neuen, leistungsfähigeren 41-KWh-Akkus der Renault Zoe müssen die Mitarbeiter aber keine Sorge haben, dass dem E-Auto unterwegs der Saft ausgeht. Den „tanken“ die Stromer an den Schnellladesäulen am DRK Ortsverein am Kutscherweg. Dort können sie in einer Zeit von unter drei Stunden vollständig aufgeladen werden. Mangels Infrastruktur in der ländlich geprägten Umgebung sei die Installation Voraussetzung gewesen, um überhaupt elektrisch unterwegs sein zu können, sagt Starke und lobt die Zusammenarbeit mit dem DRK Ortsverein.

Mit seiner umweltbewussten Grundhaltung hofft das DRK zusätzliche Mitarbeiter zu gewinnen. „Elektrofahrzeuge verkörpern umweltpolitische Werte, die vor allem bei jungen Menschen hohe Relevanz besitzen“, weiß Mzyk - in Zeiten von Fachkräftemangel im Pflegebereich ein gewichtiges Argument.  Doch auch auf der Kostenseite können Elektroautos punkten. „Unterhalt und Wartung sind rund 20 bis 30 Prozent günstiger als bei Autos mit Verbrennungsmotoren“, rechnet Mzyk vor. Fast noch wichtiger aber ist die Akzeptanz: „Unsere Mitarbeiter fahren einfach gerne damit“. Information unter Telefon 05741 – 24 09 700.

Weitere Informationen

Inka Starke, Telefon 05741 – 24 09 700

Bereits seit 2012 erprobt die DRK Soziale Dienste OWL – anfangs im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie der Fachhochschule Bielefeld –  den Betrieb von E-Autos in der Praxis.

Weitere Informationen:http://www.drk-sozial.de/unsere-angebote/projekte

12. Oktober 2017 09:52 Uhr. Alter: 37 Tage