43.000 Euro für DRK Wohngruppe
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43.000 Euro für DRK Wohngruppe

Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und Deutsche Fernsehlotterie fördern

Leo Müller (links) und Levka Zender (rechts) werden von Pia Wemhöner bei der Seifenblasen-Gymnastik, die die Lunge stärken soll, angeleitet (Foto: DRK Soziale Dienste OWL)

Durch die große Fensterfront fällt viel Licht in den Gemeinschaftsraum. Dort sitzen die Bewohner der Wohngemeinschaft (WG) für Menschen mit Demenz bei der Seifenblasen-Gymnastik. Die heimelige Atmosphäre im Raum ist auch der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und der Deutschen Fernsehlotterie zu verdanken. Die Stiftungen förderten die WG des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Standort des ehemaligen Gasthauses „Sonnenhof“ mit 26.300 Euro bzw. 16.700 Euro.

Der Landtagsabgeordnete Christian Dahm und Herfords stellvertretender Bürgermeister Andreas Rödel sind beeindruckt von dem Resultat. „Die Stiftungen engagieren sich in hohem Maße für die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderung, alter Menschen und auch benachteiligter Kinder“, stellt Dahm fest. „Demenz ist schon lange kein Tabuthema mehr, sondern ein Teil unserer Gesellschaft und gleichzeitig auch eine große Herausforderung für uns alle“, betont der SPD-Landtagsabgeordnete. Er sieht in ambulant betreuten WGs für Demenzkranke eine „perfekte Alternative zum Pflegeheim“. Die Förderung trage einen wichtigen Anteil dazu bei, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in Würde altern können. Das sieht auch Rödel so: „Die Menschen haben hier einen sicheren Rahmen, innerhalb dessen sie sich frei entfalten, wohl und zu Hause fühlen können“.

Vor allem die Gemeinschaftsräume wurden durch die Fördergelder gestaltet. Eine Küche, Sitzmöbel und Lampen für den Aufenthaltsraum sowie Beschäftigungsangebote sind angeschafft worden.

„Die WG konnte nur durch die große Unterstützung in dem Maße ausgestattet werden“, sagt Ilka Mähler, Geschäftsführerin der DRK Soziale Dienste OWL.  Das Antragsverfahren und die positive Entscheidung zur Förderung hätten dabei wenig mit Glück zu tun. „Der Antrag musste inhaltlich überzeugen und mit anderen Projekten konkurrieren“.

Im Frühjahr hat das DRK die WG eröffnet, in der bis zu 12 Menschen mit dementieller Erkrankung ein neues, wohnliches Zuhause finden können. In den Elverdisser Wohngruppe leben mittlerweile vier Personen, drei Damen und ein Herr, im Alter zwischen 61 und 84 Jahren. Ein Platz ist reserviert, sieben Bewohner können noch hinzukommen. Sie werden rund um die Uhr um von DRK-Mitarbeitern betreut. In ihren mit eigenen Möbeln eingerichteten Apartments samt Bad finden die Bewohner persönliche Rückzugsorte.

In den Gemeinschaftsräumen dagegen steht das Zusammenleben im Vordergrund. Feste Termine zum Kochen und Essen sowie Angebote wie Backen, Gymnastik oder Gedächtnistraining bestimmen den Tag. „Es ist uns wichtig, neben dem Beschäftigungsangebot feste Strukturen in den Tag zu bringen“, erzählt Pflegedienstleiterin Caprice Schulz. „Die Bewohner sollen an allen Geschehnissen im Alltag aktiv teilnehmen können“. Sie entscheiden selbst, was gekocht wird. Genauso wie die Zeiten, zu denen sie aufstehen oder zu Bett gehen wollen. Sie bestimmen auch, ob es ein guter Tag für einen Spaziergang ist, ob sie Mensch-ärgere-dich-nicht spielen oder in der Zeitung blättern wollen.

Strenge Regeln gibt es aber nicht. „Selbstständigkeit ist der wichtigste Teil des Konzepts“, sagt Violetta Jaskulski, stellvertretende DRK Pflegedienstleiterin. Dabei sei die WG für Bewohner wie Mitarbeiter zu einer zweiten Familie geworden. „Diese herzliche, besondere Atmosphäre spürt man, wenn man zu uns kommt“, erzählt Jaskulski. Interessenten sind eingeladen, sich das WG-Leben nach vorheriger Terminabsprache unverbindlich anzusehen. Information unter Telefon 05221 – 27 50 120.

Die Landesstiftung Wohlfahrtspflege finanziert sich aus Gewinnen nordrhein-westfälischer Spielbanken. Die Stiftung Deutsches Hilfswerk unterstützt mit erspielten Geldern der Deutschen Fernsehlotterie soziale Projekte in ganz Deutschland.

5. Dezember 2018 08:24 Uhr. Alter: 314 Tage